Projekte  der Notre Dame Sisters, Indien und Tansania (Schwester Mukti):

Indien

Der Kontakt zu Schwester Mukti von den Notre Dame Sisters, einem indischen katholischen Schwesternorden, entstand 1980, als fünf Studenten aus Baden-Württemberg mit wohlmeinenden Entwicklungskonzepten im Kopf nach Indien gereist waren. Sie wollten sich über Basisprojekte auf dem Land informieren, wo es keinen Strom und kein Trinkwasser gibt. Die Schwestern betrieben Women Empowerment-Projekte, Gesundheitserziehung und Schulen in Dörfern, wo es zwar staatliche Schulen gibt, die Lehrer aber meistens nicht da sind.  

Drei der fünf Studenten zählten zu den Gründungsmitgliedern der Aktion Arme Welt und daher war die Unterstützung der Schul- und Krankenstation in Sheikphura/ Bihar eines unserer ersten Projekte. Schwester Mukti leitete 1983 diese Station in dem Ort, wo die meisten Erwachsenen weder lesen noch schreiben konnten. Hunger und Krankheit waren die größten Probleme, mit denen die Schwestern dort zu kämpfen hatten. Ihnen war und ist wichtig, durch Schulbildung den Kindern Chancen zu eröffnen, aus dieser Armut mit eigener Kraft herauszukommen. Neben Lesen und Schreiben lernen die Kinder auch Nähen und Gemüseanbau. Auch erwachsene Frauen werden im Lesen und Schreiben unterrichtet. Die Schwestern finanzieren die Schul- und Krankenstationen zum Teil mit Spendenmitteln aus den USA, zum Teil aus den Erlösen, die sie aus dem Betrieb ihrer Schulen in den Städte erzielen (s. dazu Projekt Schule in Gumla) . Von der Aktion Arme Welt erhalten die Schwestern seit 1983 Mittel für einzelne Projekte. Von 1988 bis 1999 flossen die Gelder der AAW nach Darjeeling, wo an zwei verschiedenen Ortenunter anderem Krankenstationen und Schulen aufgebaut wurden.

Von 1999 bis Mai 2005, während Schwester Mukti in der Zentrale der Schwestern in Patna verantwortlich für den Aufbau von Krankenstationen und Schulen in einer größeren Region war, verwendete sie unsere Mittel für Projekte zur Bildung von Schulabbrechern (NFE-Center = non formal education) und die Bildung von Frauen.

 

Tansania

 2005 übernahm Schwester Mukti ein Projekt der Notre Dame Sisters in der Diözese Arusha in Tansania, Afrika. Dort wurde bereits 1992 eine englischsprachige Schule für Mädchen mit angeschlossenem Internat für 350 Mädchen, aufgebaut. Neben einer Grundschule und einer „nonformal“ Schule am Nachmittag gibt es ein Frauenzentrum, wo unter anderem Schneidern und Gemüseanbau gelehrt wird. Die Notre-Dame-Sisters unterstützen auch Frauen, die mit Aids infiziert sind, geben ihnen Starthilfe für kleine Geschäfte wie Gemüsehandel, Holzkohlenhandel oder Schneiderei, damit sie selbst den Lebensunterhalt für sich und ihre Kinder verdienen können. Auch Kurse in Aids-Prävention und –Behandlung werden für Frauen und Jugendliche angeboten. 

Schwester Mukti begann dort ein Projekt für Aids-Waisen, die zwar meist bei Verwandtschaft oder Nachbarn unterkommen, aber dort nicht immer die notwendige Fürsorge bekommen, insbesondere, wenn sie selbst mit Aids infiziert sind. Die AAW unterstützt dieses Projekt „Aloysia-Children“ seit 2005 durch Übernahme des überwiegenden Teils des Budgets. Die Kinder erhalten Milch und Porridge, Medikamente gegen Krankheiten, an denen sie aufgrund ihrer Abwehrschwäche erkranken (die Aids-Medikamente selbst werden kostenlos verteilt). Außerdem erhalten sie Unterstützung für Schulgeld, Schulbücher, Stifte, Schuluniformen, etc, die die Familien, die sie aufgenommen haben, nicht für sie zahlen können. Die Kinder treffen sich einmal im Monat bei den Notre Dame Sisters in Arusha zu einem fröhlichen Fest mit Spielen, Malwettbewerben, Gesang, einer Mahlzeit und erhalten dort auch Unterricht in Gesundheitslehre, Hygiene sowie die Jugendlichen auch in „Reproduktions- Gesundheitslehre“, d.h. sie werden auch über Krankheiten informiert, die durch sexuelle Kontakte übertragen werden. Mindestens einmal monatlich besucht sie eine der Schwestern in ihrer Familie.

Sie kontrollieren auch, ob die Kinder regelmäßig die Schule besuchen und haben Kontakt mit ihren Lehrern. Nach dem Schulabschluss versuchen die Schwestern, den Jugendlichen eine Berufsausbildung zu vermitteln. Mädchen werden oft Schneiderinnen. Nach der Ausbildung bekommen sie von den Schwestern eine Nähmaschine und arbeiten dann selbständig.

 Außer dem Projekt „Aloysia-Children“ in Arusha gibt es noch ein Schulzentrum im südwestlich von Arusha gelegenen Kiomboi, zu dem auch ein Waisenhaus für Aids-Waisen gehört. Dieses Schulzentrum wird seit dem Jahr 2012 stufenweise aufgebaut. Aktuell steht der zweite Bauabschnitt (Secondary School, Multipurpose Hall) an. Dieser Bau wird zu einem wesentlichen Teil mit von der AAW vermittelten Einzelspenden finanziert. 

 

 

 

 

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